“Jetzt erlebe ich, wovon ich immer geträumt habe”

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– sagt Niki Nakayama in der 6-teiligen Dokumentarserie „Chef’s Table“, die ich kürzlich auf Netflix gesehen habe. Sie porträtiert fünf Chefköche und eine Chefköchin der 50 besten Restaurants der Welt. Mit den üblichen Kochsendungen, die mich nicht interessieren, hat diese faszinierende und inspirierende Serie nichts zu tun. Es geht nicht um Rezepte, sondern darum, wie diese Chefköche im Leben stehen, wie sie dahin gekommen sind und wo sie jetzt sind. Alle folgten und folgen ihrer inneren Berufung und ihrer Leidenschaft.

„Uns ist allen nur eine gewisse Zeit gegeben, aus der wir etwas machen sollten. Ich fand es immer unsinnig, etwas zu tun, das sich nicht gut anfühlt“ (Magnus Nilsson, Folge 6).

Alle betonen ganz deutlich eine Sache: Bevor man kochen kann und sich kreativ neue Gerichte ausdenkt, geht es um die Zutaten. Die Qualität einer Mahlzeit hängt immer von deren Qualität ab. Die Chefs beschäftigen sich mit der pflanzlichen und tierischen Herkunft ihrer Zutaten, bauen teilweise selbst an oder halten sogar kleine Tierherden. Alle kennen historische und regionale Gerichte sowie traditionelle Arten der Zubereitung. So hat Massimo Bottura aus Modena in Italien (Folge 1) von seiner älteren Nachbarin Lidia (und diese von ihrer Mutter) gelernt, den Teig für die Pasta zuzubereiten. Noch heute arbeitet sie mit ihm zusammen.

Man lernt in der Serie Menschen kennen, die sich leidenschaftlich einer Sache verschrieben haben und diese lustvoll, konzentriert und bis ins kleinste Detail ausleben. Mit ihrem Eintreten für eine gute Qualität der Zutaten stellen sie sich gegen Massentierhaltung und ausbeuterische Nahrungserzeugung.

Leider wird nur eine Köchin porträtiert. Die klassische Musik, die meistens benutzt wird, ist mir zu theatralisch. Ansonsten: sehr zu empfehlen.

Die einzelnen Folgen:

  1. Massimo Bottura (Osteria Francescana in Modena, Italien)
  2. Dan Barber (Blue Hill in Stone Barns und New York City)
  3. Francis Mallmann (Patagonia Sur in Buenos Aires)
  4. Niki Nakayama (N/Naka in Los Angeles)
  5. Ben Shewry (Attica in Melbourne)
  6. Magnus Nilsson (Fäviken in Järpen, Schweden)

Es lohnt sich, die Homepages der Restaurants anzusehen!

 

 

Hier könnt ihr im Foodblog von Steffen Sinziger aus Berlin noch mehr über die Serie lesen.

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